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Die Bergknappenkapelle Kohlgrube und der Kohleabbau in Wolfsegg

13.01.2018 | PORTRAIT

Die Ausstellung über den Bergbau-Ort im oberösterreichischen Hausruckviertel wird digital und eröffnet sich seinen BesucherInnen unabhängig von Zeit und Ort.

Im Schauraum der Berknappenkapelle Kohlgrube in Wolfsegg/Hausruck wurden über Jahre hinweg jegliche Hinterlassenschaften der prägenden Kohle-Ära von Vereinsmitgliedern und engagierten Hobbyisten liebevoll zusammengetragen um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Entstanden ist eine beeindruckende Sammlung von Relikten, die lückenlos die Zeitspanne von den ersten Kohlevorkommen im 18. Jahrhundert bis zur Werksschließung der Wolfsegg-Traunthaler Kohlenwerks AG - die legendäre Bergbaugesellschaft, die von Alois Miesbach, Rothschild und Graf Julien-Wallsee 1856 gegründet wurde - beschreibt. Da nach böhmischem Vorbild die Musik zu den Traditionen im Bergbau auch hier von Anfang an dazugehörte, ist es den Musikanten sehr daran gelegen diese besondere Zunft nicht aussterben zu lassen.

„Unsere geschichtsträchtige Ortschaft ist allein wegen des Kohleabbaus an Ort und Stelle entstanden. Unsere Vorfahren waren Bergarbeiter. Damit uns in Erinnerung bleibt, wer wir sind und woher wir kommen, möchten wir, dass die Geschichte der Kohlgrube nicht in Vergessenheit gerät.“ (Manfred Ecker, Tuba)

Die Bergknappenkapelle Kohlgrube wurde im Jahr 1852 von böhmischen Bergleuten gegründet, welche von der Herrschaft Wolfsegg ins Land gerufen wurden. Es war nur eine kleine Zahl von 16 Mann, die sich zu einer Blasmusik zusammenschlossen um für die in der Kolonie Kohlgrube neu angesiedelten Bergleute aufzuspielen. Heute ist der Musikverein ein Kulturträger in der Gemeinde Wolfsegg am Hausruck, der an Traditionen festhält, Brauchtum pflegt und die Werte einer Gemeinschaft an die Jugend weitergibt.

2006 wurden die heute als Industriedenkmäler und Veranstaltungsorte genutzten Betriebsanlagen der WTK unter dem Motto „Kohle und Dampf“ von der Landesausstellung Oberösterreich zur Schau gestellt. Das hat das Thema „Bergbau“ in Wolfsegg wieder aufleben lassen und wir konnten dadurch viele Menschen erreichen.“ freuten sich die Vereinsmitglieder.

„Damit sich Menschen unabhängig von Zeit und Ort auch weiterhin über unsere Geschichte informieren können, haben wir einen digitalen Infoguide bei XiBIT erstellt. Da das Thema Öffnungszeiten wie bei vielen Vereinen, deren Mitglieder sich ehrenamtlich engagieren, problematisch ist, drängt sich die Notwendigkeit geradezu auf einen alternativen Weg zu finden um die Inhalte unseres Schauraumes der Öffentlichkeit zu präsentieren.“ (Adalbert Valenta, 80 Jahre, Zeitzeuge und Schauraumführer)

Adalbert Valenta hat den Bergbau noch selbst miterlebt, kann sich an alles erinnern, als wäre es gestern gewesen, und übernimmt vorwiegend die Führungen im Schauraum. Authentisch, in Mundart und Bergmannssprache, lässt er die frühere Zeit aufleben und bringt sogar Laien dazu sich in das Thema einzufinden. Es war also sehr naheliegend seine Erzählungen für die Nachwelt zu erhalten und Infoguide-Ansagen nicht mit einem neutralen Sprecher, sondern mit ihm selbst zu produzieren. „Das macht das Ganze erst richtig authentisch.“ sind sich die stolzen Musikanten einig.

Der Infoguide kann ausstellungsbegleitend von Besuchern vor Ort als Informationsquelle am eigenen Smartphone genutzt werden, aber auch von Interessierten zuhause vor dem Computer. Mit der Sharing-Funktion kann er über soziale Medien geteilt werden und somit viele Menschen erreichen. Vorerst gibt’s den Guide leider nur auf Deutsch, eine englische Version folgt.

Glück Auf!