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Das Ende der Sensen- und Sichelerzeugung in Scharnstein

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Sensenmuseum Geyerhammer
Scharnstein, Österreich
1928 geriet die österreichische Sensenindustrie durch den Importstopp des Hauptabnehmers Sowjetunion in eine anhaltende Krise. Auch in Scharnstein mussten Produktionseinschränkungen und Entlassungen vorgenommen werden. Durch Konzentration auf die Sensen- und Sichelproduktion und Rationalisierungen im Verwaltungsbereich versuchte man der Krise zu begegnen.

Die Exporte stabilisierten sich jedoch erst, nachdem sich die österreichischen Sensenerzeuger in einem Kartellverband zusammengeschlossen hatten. Bedingt durch den Anschluss Österreichs an Deutschland kam es 1938 zu einem Exporteinbruch, da die österreichische Sensenindustrie nun dem Boykott der osteuropäischen Länder und der USA unterlag. Die Redtenbacher Werke wurden in die „Vereinigung deutscher Sensenwerke“ eingegliedert. Während des Krieges lieferten diese als Wirtschaftsbetriebe „kriegswichtiges Erntegerät“ in die eroberten Ostgebiete. Den Höhepunkt erreichte die Produktion mit 700.000 Sensen im Schmiedejahr 1942/43. Während des Krieges arbeiteten auch viele Frauen in den Sensen- und Sichelerzeugung, da die Männer eingezogen waren.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war die Nachfrage groß. Die Produktion wurde jedoch durch Rohstoffmangel behindert. In den Redtenbacher Werken wurden neben Sensen auch Metallwaren wie Zimmermannsnägel, Maurerkellen und Schaufeln erzeugt. Teilweise stand die Produktion jedoch wegen Materialmangels still.

Die fortschreitende Mechanisierung der Landwirtschaft seit den 1950er Jahren, sowie die Errichtung von eigenen Sichelwerken in den Hauptabnehmerländern Mexiko, Peru, Äthiopien und Marokko führte 1971 zur Schließung der Sichelproduktion.
Die Maschinen des Zahnsichelwerks wurden nach Äthiopien verkauft und der Erlös für den Aufbau einer Erzeugung von Präzisionsmetallteilen verwendet, welche heute noch existiert. Die Sensenproduktion blieb trotz erschwerter Arbeitsbedingungen aufrecht. Erst 1987 entschied sich die Firmenleitung für den Verkauf der Sensenmarken und die Einstellung der Sensenproduktion. Das bedeutete nicht nur den Verlust der Arbeitsplätze für die noch verbliebenen 65 Sensenarbeiter und Arbeiterinnen, sondern auch das Ende der 400 Jahre alten Tradition der Scharnsteiner Sensenerzeugung.
Die Marktgemeinde Scharnstein kaufte schließlich den Geyerhammer und errichtete ein Museum, das vom Kultur- und Heimatverein betrieben wird.

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